Igel gefunden?

Braucht der Igel überhaupt Hilfe?

Nicht jeder Igel, den ihr seht, braucht Hilfe. Diese Anzeichen sprechen aber dafür, dass ihr eingreifen solltet:

  • Der Igel ist tagsüber unterwegs und wirkt orientierungslos, taumelt oder liegt einfach da (Ausnahme: säugende Igelmütter im August/September können auch tagsüber unterwegs sein)
  • Der Igel liegt offen und ungeschützt da, statt sich bei Berührung zusammenzurollen
  • Sichtbare Verletzungen, Blutungen oder Fliegen/Maden am Körper
  • Der Igel ist im Winter (November bis März) aktiv und unterwegs, obwohl es kalt ist
  • Ein Jungigel ist im November deutlich kleiner/leichter als etwa 500–600 g
  • Der Igel schwankt beim Laufen, zittert stark, ist unterkühlt oder wirkt apathisch

Im Zweifel gilt: lieber einmal zu viel nachfragen als einen hilfsbedürftigen Igel übersehen. Kontaktiert uns – wir helfen bei der Einschätzung.

Erste-Hilfe-Sofortmaßnahmen

  1. Igel vorsichtig (am besten mit Handschuhen oder einem Tuch) in eine Box mit hohem Rand (mind. 40 cm) setzen, ausgelegt mit Zeitung und einem Handtuch als Höhle.
  2. Box an einen fliegensicheren (!), ruhigen und warmen Ort (22 Grad Raumtemperatur) stellen, fern von Haustieren und Lärm.
  3. Bei Unterkühlung: eine Wärmflasche mit handwarmem (nicht heißem!) Wasser in ein Handtuch gewickelt dazulegen, sodass der Igel ausweichen kann.
  4. Wasser in einer flachen Schale anbieten.
  5. So schnell wie möglich Kontakt zu uns oder einem igelkundigen Tierarzt aufnehmen.

Was ihr NICHT tun solltet

  • Keine Kuhmilch geben – sie verursacht schweren Durchfall bei Igeln.
  • Den Igel nicht baden oder waschen, außer nach Rücksprache mit uns.
  • Den Igel nicht zu warm einpacken oder die Wärmflasche direkt ohne Tuch auflegen (Verbrennungsgefahr).
  • Einen scheinbar gesunden Igel nicht „vorsorglich“ mitnehmen – ohne klares Anzeichen für Hilfsbedürftigkeit gehört er in seinen Lebensraum.

Und dann?

Meldet euch bitte bei uns – telefonisch oder per WhatsApp:

Wir sagen euch, wie es weitergeht.

Diese Seite ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei akuten, schweren Verletzungen wendet euch im Zweifel direkt an eine igelkundige Tierarztpraxis.